StoltzeMussik

Kompositionswettbewerb

StoltzeMussik

Ein Friedrich Stoltze-Kompositionswettbewerb, veranstaltet von der Fliegenden Volksbühne Frankfurt in Kooperation mit dem Künstlerhaus Mousonturm.

Der Wettbewerb sollte dazu anregen, sich mit den Texten des Frankfurter Dichters, Humoristen und Satirikers Friedrich Stoltze auseinanderzusetzen. Er wandte sich an Solisten und Ensembles aller Art, Chöre, Schülerbands, Singer-Songwriter sowie an professionelle Komponisten im klassischen Sinne.

Gesucht wurden Vertonungen von Stoltze-Texten. Alle Stilrichtungen waren möglich! Die Texte konnten nicht nur für Kunstlied und Chorgesang entdeckt werden, sondern auch für Folksongs, Rockballaden, Rap, Hiphop, Jazz, experimentelle Musik – es bestand keine Beschränkung.

Es stand ein Preisgeld von insgesamt 5000 Euro zur Verfügung.
Einsendeschluß der Wettbewerbsbeiträge war der 15. Juli 2016.

+++aktuelles Update+++
Von 49 Einsendungen wurden 14 für das Abschlußkonzert am 31.10.16 ausgewählt. Darunter Vertonungen für Gitarre und Gesang, experimentelle, elektronische Musik, klassisches Kunstlied, Heavy Metal-Nummer, Jazzsong, komplexe Partituren für Klaviertrio und Gesangssolisten – der Wettbewerb hat eine große Vielfalt an Musikstilen hervorgebracht. Aus diesem Kreis wurden drei Preisträger und der Publikumspreis bestimmt.

Abschlußkonzert und Preisverleihung fanden am 31. Oktober 2016 im Künstlerhaus Mousonturm statt, moderiert vom Initiator des Wettbewerbes, Michael Quast.

Die Preisträger sind:
1. Preis, dotiert mit 2000 Euro: Vikki Van (aus Lich bei Gießen) für die Vertonung des Gedichtes „Aus dem Dachkämmerchen“. Gitarre und Gesang.
2. Preis, dotiert mit 1500 Euro: Günter Berger (aus Dötlingen bei Oldenburg) für die Vertonung des Gedichtes „Der Komet“. Besetzung: Mezzosopran, Bariton, Violine, Cello, Klavier.
3. Preis, dotiert mit 1000 Euro: Philine (aus Frankfurt) für die Vertonung von „Poetenfahrt“. Besetzung: Kerstin Merkel, Akkordeon und Gesang; Benedikt Völker, Klavier; Jakob Schulligen, Kontrabaß.
Publikumspreis, dotiert mit 500 Euro: ebenfalls für die Gruppe Philine.

Friedrich Stotze
Friedrich Stoltze.
Ein Frankfurter zwischen
Rebellion und Biedermeier.

Friedrich Stoltze (1816 – 1891)

Um wen geht’s?

Viele Frankfurter kennen noch die Verse: „…un es will merr net in mein Kopp enei: / wie kann nor e Mensch net von Frankfort sei!“ Friedrich Stoltze war aber nicht nur ein humorvoller Beobachter der kleinbürgerlichen Alt-Frankfurter Welt, er brachte nicht nur die Frankfurter Mundart auf ein beachtliches literarisches Niveau, er war auch ein steckbrieflich gesuchter Journalist und Vorkämpfer für demokratische Rechte in Deutschland. Wie kein anderer verkörperte er (die besseren) Frankfurter Tugenden: Intellekt, Witz, Risikobereitschaft, Weltoffenheit, Trinkfestigkeit.

Als begnadeter Poet beherrschte Stoltze den feinen Humor ebenso wie die derbe Pointe und schrieb übrigens gut die Hälfte seiner Texte auf Hochdeutsch. Seinen Lebensunterhalt verdiente er als Herausgeber und Hauptautor der satirischen Wochenzeitung „Frankfurter Latern“, die wegen ihres Witzes und ihrer antipreussischen Haltung weit über Frankfurt hinaus bekannt war. Der Vater von 12 Kindern war ein Menschenfreund und Hobbygärtner, ein Meister des höheren Blödsinns (und damit ein Vorläufer der Neuen Frankfurter Schule) und ein wagemutiger politischer Satiriker.
In grober Abwandlung eines Goethe-Zitats: Stoltze stickt voller Überraschungen.

Textvorschläge

Was soll vertont werden?

Hier sind einige Textvorschläge von Gedichten, die vertont werden können. Die Wettbewerbsteilnehmer sind in der Auswahl frei. So muß beispielsweise kein komplettes Gedicht vertont werden, es können auch nur Auszüge aus Gedichten oder anderen Texten sein.

Ein guter Einstieg, mit Worterklärungen für Nicht-Frankfurter und einer CD mit allen Texten ist
„Eenen, denen, dippen, dappen. Friedrich Stoltze für Kinner un Kenner“ bei Henrich Editionen, Frankfurt 2011.
www.henrich-editionen.de

Nur noch antiquarisch oder in Bibliotheken sind die fünf Bändchen „Die schönsten Dichtungen in Frankfurter Mundart von Friedrich Stoltze. Herausgegeben von Henriette Kramer“ des Verlags Waldemar Kramer zu bekommen. Hier sind die Texte nach Themen geordnet.

Eine gute Textsammlung in einem dicken Band ist „Friedrich Stoltze. Werke in Frankfurter Mundart. Ausgewählt und herausgegeben von Fritz Grebenstein“ im Verlag Waldemar Kramer. Ebenfalls nur noch antiquarisch oder in der Bibliothek zu haben.

Nahezu erschöpfend sind die fünf Bände der Gesamtausgabe im Heinrich Keller Verlag, die Stoltze (bis auf den letzten Band) Ende des 19. Jahrhunderts noch selbst redigiert hat. Sie sind in Frakturschrift gedruckt.

  • Gedichte in Frankfurter Mundart. Erster Band
  • Gedichte in Frankfurter Mundart. Zweiter Band
  • Hochdeutsche Gedichte
  • Novellen und Erzählungen in Frankfurter Mundart
  • Vermischte Schriften. Hochdeutsch und in Frankfurter Mundart.

Diese Bände bekommt man natürlich auch nur antiquarisch oder in der Bibliothek; wenn man sie günstig kaufen will, muß man eine Weile suchen.

Einen guten biografischen Überblick verschafft diese Neuerscheinung:
„Friedrich Stoltze: Dichter – Denker – Demokrat“ von Petra Breitkreuz beim Verlag Waldemar Kramer, Wiesbaden 2016
www.verlagshaus-roemerweg.de/Waldemar_Kramer.html

Zwei Bücher des Societäts-Verlages sind eine wahre Fundgrube, was Details aus Stoltzes Leben und Schaffen und unbekannte Texte betrifft:

  • „Ich habe mit Frankfurt gelacht und getrauert“ Werk und Leben des Schriftstellers Friedrich Stoltze. Frankfurt 1988
  • „O Freiheit, mein Alles, mein Glück und mein Weh…“ Werk und Leben des Schriftstellers Friedrich Stoltze, Frankfurt 1997

Antiquarisch oder in Bibliotheken zu finden.

Genauso wie die Biografie „Friedrich Stoltze: Ein Bürger aus Frankfurt“ von Johannes Proelß, neu bearbeitet von Günther Vogt. Societäts-Verlag, Frankfurt 1978

Teilnahmebedingungen

Wie funktioniert’s?

Bis zum Einsendeschluß am 15. Juli 2016 sollte 

  • eine Aufnahme in digitaler Form (Audio oder Video)
  • oder Notenmaterial in digitaler Form oder auf Papier eingereicht werden.
  • Beigefügt Name und Kontakt des/der Teilnehmer/s und der vertonte Text.

Die Vertonung sollte eine Dauer von 7 Minuten nicht überschreiten.

Die Vertonung sollte 

  • selbst aufgeführt werden, z.B. als Solo, als Band (maximal vier Musiker!),
    als Vocalensemble a capella oder mit Klavierbegleitung, oder als Halbplayback.
  • Sie kann auch als Partitur eingereicht werden. Für eine Aufführung stehen zur Verfügung:  Klavier, Violine, Cello, mittlere Singstimme (Bariton, Mezzo), ein kleines Vocalensemble, eine Tonanlage.

Jury

Wie wird entschieden?

Eine fünfköpfige Jury wählt aus den eingereichten Vertonungen ca. 10 Beiträge aus, die bei dem Konzert im Mousonturm am 31. Oktober 2016 aufgeführt werden.

Die Jury bestimmt drei Preisträger. Das Publikum vergibt einen Publikumspreis. Es steht ein Preisgeld von insgesamt 5000 Euro zur Verfügung.

Konzert am 31. Oktober 2016, 20 Uhr, moderiert von Michael Quast im Künstlerhaus Mousonturm, Waldschmidtstraße 4, Frankfurt am Main.
Tickets zum Konzert hier!

Die Jury besteht aus:
Petra Breitkreuz, Leiterin des Stoltze-Museums der Frankfurter Sparkasse
Boomchica Leni, Moderatorin bei planet radio
Matthias Pees, Leiter des Künstlerhauses Mousonturm
Thomas Hanelt, Komponist und Dirigent in Frankfurt
Michael Quast, Leiter der Fliegenden Volksbühne Frankfurt

Kontakt

Wohin damit?

Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an Lucia Primavera:
primavera@stoltzemussik.de

Ihre Arbeiten senden Sie, gemäß Teilnahmebedingungen,

bitte per E-Mail an Frau Lucia Primavera:
primavera@stoltzemussik.de

oder per Post an die
Fliegende Volksbühne Frankfurt
StoltzeMussik
Hohenstaufenstraße 8
60327 Frankfurt am Main

Projektpartner

Der Stoltze-Kompositionswettbewerb wird gefördert
von der Stiftung der Frankfurter Sparkasse
und der FES Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH.

Projektpartner: Fliegende Volksbühne Frankfurt Rhein-Main, Künstlerhaus Mousonturm

Projektpartner: Stiftung der Frankfurter Sparkasse 1822